HCF-Reisebericht Nepal Februar 2012 von Nikola Geiger

Zum zweiten Mal besuchte ich nun dieses wunderschöne Land im Himalaya. Diesmal mit meinem Mann Armin und unserem Freund Thomas.

Nach unserer Ankunft in Kathmandu und einigen Treffen mit unseren HCF-Mitarbeitern vor Ort Sonam und Dawa, machten wir uns am dritten Tag auf den Weg nach Pokhara, um von dort am nächsten Morgen nach Jomsom zu fliegen. Bei Eiseskälte marschierten wir dann nach Kagbeni und sahen uns dort die Amchi-Klinik und das Kloster leider nur von außen an, da beides verlassen war. Die kleinen Mönche, die wir in Kagbeni unterstützen und die sonst im Kloster leben, sind in ihrem Winterlager im Tibetan Camp in Pokhara und auch der Amchi, der tibetische Arzt war nicht da.  Wir machten einige Bilder und fuhren dann per Jeep zurück nach Jomson und von dort weiter nach …….Wir wollten an diesem Tag bis nach Tatopani, um dort die heißen Quellen zu genießen, doch dass gestaltete sich als etwas schwierig. Die Bus- und die Jeepgewerkschaften hatten zum Streik aufgerufen und am Schluss ließen wir uns dann per Anhalter mit einem Lastwagen bis Tatopani durchschütteln.  Nachdem wir abends noch das heiße Wasser in den Quellen genossen, legten wir am nächsten Tag auf Grund des Streiks einen Wandertag ein. Bis Beni mussten wir unser Gepäck schleppen, wo uns dann ein von Sonam organisierter Taxifahrer abholte und nach Pokhara brachte.

Von dort aus besuchten wir dann am nächsten Tag die Mönche aus Kagbeni in dem Tibetan Camp, in dem sie den Winter verbringen. Hier leben die zweiundzwanzig  5-16jährigen Mönche mit ihren Lehrern, die sie auch unterrichten. Leider haben wir bisher noch keine Paten für sie gefunden. Wir fotografierten sie alle in ihren neuen HCF-Jacken und Armin und ich beschlossen spontan, da einige von ihnen sehr erkältet waren, ihnen noch Fleecepullis zukommen zu lassen. 

Nach einer abenteuerlichen sechsstündigen Busfahrt wieder in Kathamandu angelangt, ging es nun in die andere Richtung in Nepal. Leider flog unser Flugzeug nach Phablu erst einen Tag später als geplant und so blieb uns ein Tag für die wunderschöne Königsstadt Bakthapur. 

In Garma genossen wir dann die Gastfreundschaft von Sonams Eltern. Zuerst besuchten wir natürlich unser „Vorzeigeprojekt“ die Garma Secondary High School mit Hostel und Taubstummenschule. Wir sind sehr herzlich begrüßt worden. Es war gerade ein Feiertag und trotzdem waren fast alle Lehrer und viele Schüler gekommen, um uns zu sehen. Die Kinder haben sich seit meinem letzten Besuch vor zwei Jahren ganz schön weiterentwickelt. Inzwischen unterstützen wir 10 der taubstummen Kinder und alle Kinder, die im Waisenhaus leben. Das sind inzwischen doch zweiundzwanzig Kinder zwischen 6 und 19 Jahren. Die von uns errichteten Gebäude sind in gutem Zustand, die Klassenräume des Hostels könnte man innen noch mit Holz verkleiden und außerdem braucht das Hostel dringend eine neue Küche und einen neuen Speisesaal. Die Kinderanzahl des Hostels ist gewachsen und der alte Speisesaal ist nur ein dunkles noch sehr verbesserungswürdiges Zimmer.  Mit dem Schulleiter Binod Tamang sprachen wir über Verbesserungsmöglichkeiten. Da es in Garma immer wieder zu Stromausfällen kommt und das Holz immer teurer wird, überlegten wir, ob eine kleine Biogasanlage nicht geeignet wäre, die Energie für das Kochen zu erzeugen. Die Schule hat von zwei Engländern einen Solarkocher gespendet bekommen, der aber leider nur bei vollem Sonnenschein funktioniert und so auch keine Dauerlösung darstellt. 

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg nach Sekar Sing. In dieser Grundschule werden ca 165 Kinder unterrichtet und bisher haben wir leider erst zwei Kinder dort, die in Deutschland Paten gefunden haben. Allerdings bekommen die Kinder nun dort dank unserer facebook-Aktion „Jacken für Nepal“ alle eine warme Softshelljacke. In dieser Schule werden dringend Bänke und Tische, außerdem Wandtafeln benötigt. Des weiteren hat der sehr sympatische Schulleiter von mir die Zusage bekommen, dass wir zwei Klassenzimmer mit Holz verkleiden und dass wir einen Teil der Kosten für neue Toiletten übernehmen werden. Dank e-Cube haben wir eine größere Spende erhalten, mit der wir einen Teil dieser Vorhaben finanzieren können. 

Nach Sekar Sing überbrachten wir auch noch Briefe des Münchner Kinderheims, die sich an uns gewendet hatten, ob wir nicht Brieffreundschaften vermitteln könnten. Fröhlich schrieben ca 20 Kinder aus Nepal an die Kinder, die in München im Kinderheim leben und von dort aus Briefe geschickt hatten.

Weiter gings nach Nele, ein kleiner Ort, ungefähr 1.5 Stunden von SekarSing entfernt (in Nepal immer zu Fuß gerechnet). Ein schöner Weg über eine malerische Hängebrücke, der im Ort dann plötzlich  abfällt, denn die Schule ist an einen sehr steilen Hang gebaut. Ein sehr engagierter Schulleiter empfängt uns zusammen mit dem Elternvertreter und einigen Lehrern. Sie freuen sich sehr uns zu sehen und führen uns nach einer ausführlichen Begrüßung, auch durch die Schüler, durch die Schulgebäude. Die Klassenzimmer sind in drei sehr alten Gebäuden untergebracht und daneben ist noch ein ganz neues Haus mit drei Klassenzimmern, die noch nicht bezogen sind, da das Gebäude noch nicht fertiggestellt ist. Das Geld, mit dem die Regierung das Gebäude finanziert hat, hat nicht ganz gereicht und so fehlt noch der Fußboden. Außerdem gab es dort zwei neue Toilettenhäuschen, ebenfalls von der Regierung finanziert, doch leider ist nicht darauf geachtet worden, dass es eine Jungen- und eine Mädchentoilette wird und so wurden nun beide Toiletten mit Urinal gebaut. Ein weiteres Handicap stellt das nicht vorhandene Wasser dar, ohne das die Toiletten nicht funktionieren. Die Schule benötigt also dringend einen Wasserspeicher und Wasserleitungen.  Davon abgesehen brauchen die Kinder Jacken (sie waren sehr arm).  Wenn HCF hilft, sollte man auch  überlegen, was man mit den alten Gebäuden macht. Sie sehen aus wie Bruchbuden und sind nicht geeignet, dass Kinder darin unterrichtet werden. Das neue Gebäude reicht aber nur für  drei Klassen. Zusammen mit Sonam haben wir überlegt, dass es sinnvoll wäre, die alten Gebäude abzureißen und die Steine und auch das Dach für neu zu errichtende Klassenzimmer zu verwenden. Das würde die ganze Aktion deutlich billiger machen. Wir verblieben so, dass ich das ganze Projekt in Deutschland mit dem HCF-Team bespreche, bevor irgendwelche Zusagen gemacht werden. Mir persönlich liegt die Schule sehr am Herzen, weil unsere Hilfe dort wirklich benötigt wird.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Jeep vor Sonams Elternhaus ! weg (was vor zwei Jahren noch ein Ding der Unmöglichkeit gewesen wäre), um rechtzeitig nach Kathmandu zu kommen, damit Thomas und Armin ihren Flug nach Hause erwischen würden. Von Phablu sollte die nächsten Tage wegen Wind und Nebel nämlich kein Flieger gehen. Nach einer sehr abenteuerlichen und anstrengenden Jeeptour erreichten wir nach 12 Stunden holpernder Fahrt unser eigentlich nicht mehr akzeptables Nachtquartier. Nach Bekanntschaft mit Kakerlaken und anderem Getier mussten wir Sonam am nächsten Morgen mit 3 Aspirin aufwecken. Er saß hinten im Jeep und hatte sich mehr als einmal den Kopf schwer angeschlagen. Ich bin überzeugt, er hatte eine Gehirnerschütterung. Trotzdem stieg er wieder hinten ein und nach weiteren drei Stunden Holperei erreichten wir endlich die Teerstraße und nach zwei Stunden dann Kathmandu. 18 Stunden auf einer meist nicht vorhandenen Straße gegen 35 Minuten Flug: ich weiß, was ich das nächste Mal vorziehe. Aber wir haben doch einiges von der wunderschönen Landschaft Nepals gesehen und einige Male einen tollen Blick auf die Himalaya-Kette und den Mount Everest gehabt.

Thomas und Armin flogen am nächsten Tag nach Hause und ich blieb noch eine Woche in Kathmandu um mit den Lehrern der Montessorischule Leading Stars zu arbeiten. Nach einer allgemeinen Einführung in die Hauptpunkte der Montessoripädagogik und einer Diskussion, wie sie an der Leading Star School verwirklicht werden und einem Vortrag über die Aufgaben der Montessori-Lehrkraft, haben wir noch zwei Tage lang Material gebastelt. Auf meine Anregung hin ist auch im Außenbereich ein Sandkasten für die Kinder geplant und während meiner Anwesenheit fertiggestellt worden.

Insgesamt war es eine wunderschöne Reise. Ich bin dankbar, dass ich die Gastfreundschaft von Sonam und Nima und auch Dawa in Anspruch nehmen durfte. Auch wenn manches nicht so klappt, wie gedacht, lernt man aus Europa kommend einen Gang runterzuschalten. Und das tut gut. Viele Dinge bekommen eine andere Wichtigkeit. Nepal ist so vielseitig und die Einwohner so gastfreundlich, dass es sich auf jeden Fall lohnt immer wieder zu kommen.

Himalaya Care Foundation

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