Positive Entwicklungen

von Dr. Walter Staaden im April 2012

Die Amchi-Klinik im Maratika-Kloster in Haleshi

Haleshi ist ein heiliger Ort für Hindus und Buddhisten gleichermaßen und wird jedes Jahr von tausenden Pilgern besucht. Die faszinierende Höhlen von Haleshi haben tiefe spirituelle Bedeutung. Auch die traditionelle Tibetische Medizin ist in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung.

Amchi Sonam Sherpa, über 6 Jahre in seiner medizinischen Ausbildung unterstützt von unserem Mitglied Gerhard Röhm, konnte in diesem Jahr, durch unsere Hilfe und die finanzielle Unterstützung des Rotaryclubs Wetzlar, seine kleine Klinik in seinem Heimatkloster Maratika eröffnen. Amchi Sonam hat sich in seinem Kloster zwei Untersuchungs-und Behandlungsräume eingerichtet. Die Erstausstattung mit tibetischen Heilkräutern haben wir ihm im Shechen Kloster in Kathmandu gekauft. Seine beiden Räume sind mit handgefertigten Möbeln einfach aber sehr schön eingerichtet. Im ersten Jahr seiner Tätigkeit 2012 hat er von Mai bis Dezember über 400 Patienten behandelt und sich einen sehr guten Ruf erworben. Auch funktioniert die Zusammenarbeit mit der staatlichen Health-Post, die mit Hebamme und Health-Post-Worker besetzt ist, sehr gut. Amchi Sonam hat im abgelaufenen Jahr noch Weiterbildungskurse in Erster Hilfe und Verbandstechnik besucht. Die medizinische Versorgung in diesem abgelegen Bezirk Kotang, im besonders armen Osten Nepals ist damit deutlich verbessert. Im Jahr 2013 wird dann eine Entscheidung darüber fallen, ob und in welcher Form, die Himalayan Care Foundation die Unterstützung weiterführen wird. Das Kloster ist in Verhandlungen mit einer französischen NGO, um eine große Klinik für Tibetische Medizin auf dem Klostergelände zu errichten. Ein solches Projekt wird HCF nicht mitstemmen. Wir sind uns im Vorstand auch einig darüber, dass dafür keine Notwendigkeit besteht und dass es besser ist, das zarte Pflänzchen erst einmal wachsen zu lassen. Natürlich stehen wir einer eventuellen Expansion nicht im Wege. Unsere Hilfe kann und wird sich aber immer nur auf eine gute Basisversorgung beschränken. Diese ist jetzt durch die Amchiklinik im Kloster Maratika in Haleshi gegeben. Auf dieser Basis können und werden wir auch weiter Unterstützung leisten. Die Entscheidung liegt jetzt bei unseren Freunden in Maratika.


Kag Chode Himalayan Traditional Medicine Clinic in Kagbeni

Das verwunschene Königreich Mustang, jahrhundertelang kaum besucht und sagenumwoben, gibt dem Besucher eine Vorstellung der Tibetischen Hochebene. Das Land ist so ganz anders, als der Solu Khumbu, wo wir den Schwerpunkt unserer Arbeit haben. Auch die Menschen sind etwas anders und der Kontakt entwickelt sich oft nur langsam. Es braucht Zeit, bis sie Vertrauen gefasst haben. Es hat ein bisschen gedauert bis wir für die schöne Amchiklinik am Ortsrand von Kagbeni endlich einen jungen Arzt finden konnten. Durch die Unterstützung von Khenpo Tenzing, dem Leiter des Klosters in Kagbeni, nahm schließlich im Frühjahr ein Arzt aus Lo Mantang  seine Arbeit in der Klinik auf.

Kagbeni ist der Hauptort  und gleichzeitig das Tor zu ‚Upper Mustang‘, einem Distrikt der nur nach Genehmigung und für viel Geld besucht werden darf. Aber alle Touristen machen hier Station und die Traditionelle Medizin war bisher in Gebiet zwischen Jomoston und Kagbeni nicht vertreten. So haben alle große Erwartungen in die neue Amchiklinik gesetzt. Mit der Entwicklung in Kagbeni jedoch können und dürfen wir nicht zufrieden sein. Zum einen ist die Patientenzahl für eine solch große Klinik zu niedrig, zum Anderen zeigt unser junger Amchi wenig Eigeninitiative, diese Situation zu verbessern.

Von Seiten der Einrichtung und der Versorgung mit medizinischen Kräutern ist die Klinik gut ausgestattet. An unserer Unterstützung für ein oder zwei weitere Jahre soll es auch nicht fehlen. Aber wie jedes unserer Projekte, so legen wir auch bei der Kagbeni Amchi Klinik Wert darauf, dass sie sich in überschaubarer Zeit selbst trägt und nur noch punktueller Unterstützung bedarf.

Wir haben die Hoffnung, dass der sehr aktive junge Khenpo, als Abt des Klosters Kagbeni, auch für die Klinik Mitverantwortung übernimmt. Dies könnte ein wichtiger Schritt in eine bessere und erfolgreiche Zukunft der Klinik sein.

Das Schulprojekt in Garma 

Jahr für Jahr schreitet die Entwicklung in Garma fort. Aus kleinen Anfängen, beginnend im Jahre 2006, ist aus dem Schulprojekt in Garma mit der Unterstützung unserer vielen Helfer und Sponsoren ein Erfolgsprojekt geworden. Auch im abgelaufenen Jahr 2012 konnten wieder einige kleine, aber wichtige Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur und zur Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten für arme und ärmste Kinder durchgeführt werden.

So haben wir im abgelaufenen Jahr vor allem die Wohnsituation im Waisenhaus verbessert. Das Dach weiter saniert, die Räume getrocknet und vor allem, eine neue große Küche angebaut. Da inzwischen die Zahl der betreuten Kinder rapide angestiegen ist, sind rund 50 Schüler jeden Tag zu verköstigen. Das erfordert die entsprechenden Räumlichkeiten, einen Spiel-und Speisesaal haben wir im Erdgeschoss hergerichtet, aber vor allem auch den Kauf großer Mengen von Lebensmittel, hier in erster Linie Reis und Gemüse. So ist es von großem Vorteil, dass wir den Gemüsegarten erweitern  und neues Land dazu pachten konnten. Auch das Gewächshaus tut im Winter gute Dienste. Alle Kinder, die Lehrer und das Hilfspersonal tragen durch ihre Arbeit zur Selbstversorgung und damit  zum Gelingen des Projektes bei.

Die hygienischen Verhältnisse sind mit neuen Toiletten, einer Dusche und sauberem Wasser auf sehr gutem Stand. Durch den Bau der Solaranlage auf dem Dach der Gehörlosenschule können wir für warmes Wasser sorgen. Es passt ins Bild der positiven Entwicklung, dass die Schülerzahlen beständig steigen, weil wir immer mehr Patenschaften finden, die letztlich der gesamten Schulgemeinde zu gute kommen. Zu Beginn unserer Unterstützung im Jahre 2006  unterrichteten 7 Lehrer in Garma. Jetzt hat sich diese Zahl verdoppelt. Die Schule in Garma ist auch für Lehrer ein interessantes Projekt geworden. Das Unterrichtsniveau steigt kontinuierlich. Zum Wohle der Kinder und deren Zukunft. 

Bei über 300 Schülern, einem Waisenhaus und der Gehörlosenschule, wird Garma auch weiterhin regelmäßige Unterstützung benötigen. Winterkleidung, Schulmaterial, Unterrichtshilfen und vor allem Lebensmittel verschlingen erhebliche monatliche Kosten. Für das nächste Jahr planen wir weitere Instandhaltungskosten für die Gebäude, die Verbesserung des Sportplatzes mit Einzäunung und möglicherweise auch die Vergrößerung des Gemüsegartens ein.

Garma wird immer finanzielle und personelle Unterstützung benötigen. Die ersten Volunteers haben mit viel Freude und Erfolg in der Schule gearbeitet. Auch diese Art der Unterstützung durch praktische Arbeit in der Schule, wollen wir in Zukunft weiter ausbauen.

 

Himalaya Care Foundation

Vorstand:
Nikola Geiger
Verena Wilkesmann
Dr. Walter Staaden

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